Ob mit Verkauf von Zugtieren oder Traktoren, Herstellung von Schwertern oder Schuhen, Transport mit Kutschen oder Kraftfahrzeugen: Seit Urzeiten hat die Menschheit miteinander Geschäfte betrieben. Für den legalen Betrieb dieser Geschäfte sind bestimmte Gesellschaftsformen erforderlich. Ebenso wie in Europa gibt es dafür auch in den USA verschiedene Rechtsformen, die (außer der Sole Proprietorship) die Haftpflicht des Unternehmers beschränken.

1. Sole Proprietorship

Die Sole Proprietorship ist vergleichbar mit einer deutschen Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR). Allerdings bieten weder Sole Proprietorship noch GbR dem Eigentümer einen haftungsbegrenzenden Schutz.

2. Limited Liability Company (LLC)

Die Limited Liability Company (LLC) ähnelt der deutschen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Das von einer amerikanischen LLC im Ausland erwirtschaftete Einkommen ist- wie oft fälschlicherweise angenommen- für ausländische Gesellschafter übrigens nicht steuerfrei (wegen der vielen Nachteile, gründen wir prinzipiell keine LLCs für Ausländer).

3. Limited Partnership

Eine Limited Partnership ähnelt der Kommanditgesellschaft (KG).

4. Corporation

Eine Corporation entspricht der Aktiengesellschaft (AG). Von allen amerikanischen Unternehmensformen eignet sich die Corporation wegen ihrer zahllosen juristischen und wirtschaftlichen Vorteile am besten zur Geschäftsgründung für Ausländer! Natürlich stellen sich viele Fragen im Zusammenhang mit der Gründung einer Corporation. In diesem Kapitel beantworten wir Ihnen die wichtigsten.
Unter der U.S.-Gesetzgebung gibt es folgende Corporationsstrukturen; die Wahl hängt von den steuerlichen und rechtlichen Erwägungen des Gründers ab:
  • C-Corporation

    Das Einkommen wird von der Corporation versteuert.
  • Sub-S Corporation

    Das Einkommen wird von den Aktienhaltern versteuert.
  • Professional Corporation

    Für Angehörige der freien Berufe, wie Anwälte oder Ärzte.
  • Close Corporation

    Für eine beschränkte Anzahl von Aktienhaltern.
  • Open Corporation

    Für eine unbeschränkte Anzahl von Aktienhaltern.
  • Public Corporation

    Die Public Corporation darf Aktien an der Börse verkaufen.
  • Non-Profit Corporation

    Die Non-Profit Corporation darf keine Profite machen.

Von diesen Corporationsformen sind für Nicht-Amerikaner allerdings nur folgende (die auch gleichzeitig C-Corporationen sein müssen) erlaubt:

  • Professional /Close Corporation

    Eignet sich nur für Unternehmen mit wenigen Eigentümern, da u. a. die Aktien nicht weiterverkauft werden dürfen, ohne den anderen Aktienhaltern
    zuvor angeboten worden zu sein. Besser ist immer die Open Corporation, da man damit alles machen kann.
  • Open Corporation

    Wir empfehlen diese Corporationsform, da die Aktien ohne Beschränkung weiterverkauft werden können (ohne Börsengenehmigung allerdings nicht an mehr als 35 Investoren innerhalb der USA) und die Möglichkeit einer Aktienstruktur für den Verkauf von Stimmrechts- und Vorzugsaktien besteht. Der Besitz einer Open Corporation ist außerdem die Voraussetzung für den Einstieg in den Börsenmarkt.
  • Public Corporation

    Diese Corporationsform eignet sich nur für sehr große Kapitalisierungen, bei denen Aktien nicht nur an eine kleine Gruppe von Investoren, sondern durch Börsenmakler an einer der US-Börsen an die Öffentlichkeit verkauft werden sollen. Dafür bedarf es einer US-Börsengenehmigung, die von der SEC (Securities & Exchange Commission) an eine Open Corporation erteilt wird, damit sie sich als Public Corporation durch öffentlichen Aktienverkauf Kapital beschaffen kann. Die Aktien dürfen dann an den verschiedenen Börsen wie z.B. New York Stock Exchange, American Stock Exchange, NASDAQ\OTC Market, einer der Regionalbörsen oder auch von der Corporation direkt (Private Placement) an das Publikum verkauft werden.

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